Liebe Gemeindemitglieder,
unsere Kirche ist in Bewegung. Der Reformprozess EKHN2030 bringt Veränderungen mit sich, die wir uns nicht ausgesucht haben, die wir aber verantwortlich und transparent gestalten wollen. Dazu gehören auch personelle Einschnitte:
Mit dem Ruhestandseintritt von Pfarrer Seemann entfällt eine Pfarrstelle, und Pfarrerin Dr. Bellmann wird bis Ende September 2027 nur in Teilzeit tätig sein. Diese Rahmenbedingungen machen es notwendig, unser gottesdienstliches Angebot neu zu ordnen. Zudem zeigen die Erfahrungen der letzten Jahre, dass der klassische Sonntagsmorgengottesdienst allein den veränderten Lebenswirklichkeiten vieler Menschen nicht mehr entspricht.
Vor diesem Hintergrund haben wir ein neues Gottesdienstkonzept entwickelt, mit dem wir ab März in eine Erprobungsphase starten: Wir wollen es ausprobieren, Erfahrungen sammeln, Rückmeldungen hören – und es gemeinsam weiterentwickeln.
Konzentration dort, wo viele kommen – Verantwortung für alle Orte
Ein Bestandteil des Konzepts ist eine Reduktion der regelmäßigen Gottesdienste an einzelnen Gottesdienstorten. Grundlage dafür war eine Erhebung des Ist-Zustands:
Wo werden Gottesdienste konstant besuch, wo eher selten? Als Orientierung diente dabei ein regelmäßiger Gottesdienstbesuch von mindestens zehn Personen. Auf dieser Basis sollen weiterhin regelmäßig Gottesdienste in Bad Camberg, Heftrich, Niederselters, Reinborn, Steinfischbach und Walsdorf stattfinden. Hier erleben wir verlässliche Teilnahme.
Einschnitte haben wir dort vorgenommen, wo sie in der Regel weniger Menschen betreffen. Das ist keine Bewertung einzelner Orte, sondern der Versuch sich mit sinkender Mitgliederzahlen und weniger PErsonal verantwortungsvoll umzugehen.
Hohe Feiertage, besondere Anlässe und neue Formate
Gleichzeitig ist es und wichtig: KEin Ort soll aus dem Blick geraten. Ein zweiter zentraler Pfeiler des Konzepts ist daher, dass wir an hohen Feiertagen (z.B. Ostern, Pfingsten, Weihnachten) in allen Gemeindeteilen des Nachbarschaftsraums Gottesdienste ermöglichen, auch in „kleineren“ Orten.
Darüber hinaus gilt:
• Besondere Gottesdienstformate werden gezielt gestärkt, z. B. Abendgottesdienste.
• Gottesdienste auf Anfrage sind weiterhin möglich, etwa bei Dorffesten, Vereinsjubiläen oder besonderen Anlässen.
• Auch über neue Angebote speziell für „kleinere“ Orte machen wir uns bewusst Gedanken.
Diese Vielfalt zeigt sich bereits, zum Beispiel:
• gemeinsame Gottesdienste an Himmelfahrt im Nachbarschaftsraum (z. B. in Reinborn an der Linde und auf dem Walsdorfer Grillplatz)
• gemeinsamer Taufgottesdienst am Emsbach in Bad Camberg
• Gottesdienst am Backesfest mit Jubiläum von Chorisma in Steinfischbach,
• besondere Oster-Familiengottesdienste, Osterwanderungen und Spaziergänge,
• neue Formate wie ein Familiengottesdienst am Pfingstmontag.
Kinder- und Familiengottesdienste: Zukunft bewusst stärken
An den Gottesdienstformaten für Kinder und Familien wurde nicht gekürzt – im Gegenteil:
Kinder sind die Zukunft unserer Gemeinden. Gleichzeitig steht religiöse Sozialisation heute vor besonderen Herausforderungen. Deshalb wollen wir diese Formate weiter ausbauen und profilieren – auch als attraktive generationenübergreifende Angebote. Familie denken wir dabei bewusst weit.
Warum ändern sich die Uhrzeiten für die Gottesdienste?
Vielleicht haben Sie es im neuen Gottesdienstplan bemerkt: Einige Uhrzeiten ändern sich. Auch das hängt direkt mit dem neuen Gottesdienstkonzept zusammen.
Da künftig weniger Pfarrpersonen für den gesamten Nachbarschaftsraum zur Verfügung stehen, müssen Gottesdienste teilweise im „Doppelpack“ gefeiert werden – also zwei Gottesdienste hintereinander an unterschiedlichen Orten, gehalten von einer Person.
Die Anpassung einzelner Uhrzeiten dient der Qualität, Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit unseres gottesdienstlichen Angebots. An dieser Stelle bitten wir um Offenheit für neue Rhythmen.
Gemeinsam unterwegs – haupt- und ehrenamtlich
Dieses Konzept beschreibt zunächst das gottesdienstliche Angebot der Hauptamtlichen und ist Teil der notwendigen Dienstordnung des Verkündigungsteams. Gleichzeitig möchten wir die Energie aus den eigenen Reihen weiter stärken – dort, wo das bereits gut gelingt, etwa mit dem Format „An(ge)dacht“ in Heftrich, und auch darüber hinaus.
Dieses Gottesdienstkonzept ist kein fertiges Endprodukt. Es ist ein Versuch, ein Anfang, eine Einladung.
Bitte bringen Sie sich ein – mit Ideen, Rückmeldungen, Engagement und Gebet.
Denn Kirche lebt nicht zuerst von Strukturen, sondern von den Menschen, die sie gestalten.
Euer Verkündigungsteam